Welche Schäden falsche Schuhe anrichten können

Was passiert, wenn du die falschen Schuhe trägst

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Schuhe sind mehr als Schutz - sie sind ein Ausdruck von individuellem Stil und manchmal auch ein Statussymbol. Doch viele Menschen tragen das falsche Schuhwerk. Bereits im Kindesalter fängt das an und zieht sich bis in den Ruhestand durch. Denn wer sich früh an falsche Schuhe gewöhnt, merkt es auch bei den Folgepaaren nicht und erläuft sich mit der Zeit Fußprobleme. Rund 60 Prozent der Frauen sind davon betroffen. Schmerzen, Verkrümmungen, Operationen - alles vermeidbar mit den richtigen Tipps.

Schöne Schuhe! Danke, leider unbequem.

Viele Frauen kennen das: schicke Schuhe, aber fast untragbar. Solche als Sitzschuhe betitelten High Heels sind der Gipfel der Schuhliebe. Und keine Seltenheit, wie eine Untersuchung des Kölner Marktforschungsinstituts "psychonomics AG" aus dem Jahr 2007 zeigt. Demnach kaufen 20 Prozent der Frauen Schuhe, bei denen sie wissen, dass sie sie niemals tragen werden. Und auch die Schuhe, die getragen werden, tun den Füßen oft nichts Gutes. Ob Ballerinas, Pumps, Sandalen oder Sneaker, sie sind oft zu eng, zu spitz, zu kurz oder zu hoch.

Die Qual der Wahl - welche Schuhe sind die richigen für mich?

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Fußprobleme werden früh erworben

98 Prozent der Menschen werden mit gesunden Füßen geboren, das hat die Wissenschaft herausgefunden. Und auch, dass Probleme an den Füßen früh erworben werden. Der an Kinderfüßen forschende österreichische Sportwissenschaftler Dr. Wieland Kinz fand heraus, dass 87 Prozent der Kinderfüße in zu kurzen Schuhen stecken. Auch zu kurze Hausschuhe und Socken werden für die weichen und biegsamen Kinderfüße zum Problem und führen zu permanenten Veränderungen am Fuß. Eine durch Dr. Kinz und sein Team in Japan durchgeführte Studie, bei der Kinder im Kindergarten stets barfuß unterwegs waren, zeigt ganz klar: Falsches Schuhwerk schädigt den Fuß schon in jungen Jahren. Laufen Kids öfter barfuß, sind ihre Füße gesünder.

Wie Mütter und Väter die richtigen Schuhe für den Nachwuchs finden

Für Eltern ist der Schuhkauf für die Kinder nicht leicht. Zum einen finden Kids die Prozedur im Schuhladen meist anstrengend, zum anderen stimmen die Größenangaben der Hersteller häufig nicht. Wer nach einer Schuhgröße 30 fragt, erhält oft einen Schuh, der in Wirklichkeit keine Schuhgröße 30 hat. Beim Anprobieren dann die nächste Problematik: Kinderfüße sind anschmiegsam, selbst ein zu kurzer Schuh drückt nicht. Wenn die Eltern dann den "Drücktest" mit den Daumen machen, ziehen die Kids instinktiv ihre Zehen ein. Und schon ist ein Schuh gekauft, der eigentlich zu klein ist.

Dr. Kinz empfiehlt zwei Dinge: Vor dem Schuhkauf eine Schablone anfertigen, die die Länge des großen Zehs plus 12 bis 17 mm aufweist. Passt die Schablone in den gewünschten Kinderschuh, wird das Schuhwerk etwa fünf Monate lang passen. Denn Kinderfüße wachsen sehr schnell; je nach Alter zwischen 1 mm bis 1,5 mm pro Monat. Die alternative Methode ist ein erweiterter "Drücktest", bei dem die andere Hand flach auf dem Kinderfuß aufliegt. So merken Mütter und Väter, wenn der Nachwuchs die Zehen anzieht. Ist bei flach ausgestreckten Zehen etwa eine Daumenbreite oben im Schuh Platz, passt das Schuhwerk.

Wie falsches Schuhwerk dem Fuß schadet

Der Fuß ist ein komplexes Konstrukt, bei dem viele Knochen, Gelenke, Muskeln, Bänder und Sehnen zusammenspielen. Beim Gehen werden drei Punkte belastet, der große Zeh, der Ballen und die Ferse. Ist der Fuß gesund, leitet er die Last gleichmäßig über den Vorfußbereich ab. Die Schuhe können dabei unterstützend oder hinderlich wirken. Insbesondere hohe Absätze sorgen dafür, dass fast die gesamte Belastung nach vorne rutscht. Mittelfuß und Zehen werden in den vorderen Teil des Schuhs gequetscht, das Fußskelett verformt sich. Aber auch flache Schuhe sind problematisch, wenn sie harte, unflexible Sohlen haben. Solche Sohlen verhindern, dass der Fuß richtig abrollt. In der Folge verkümmert die Muskulatur.

Wer längerfristig in falschen Schuhen geht, kann folgende Symptome erleben:

- Muskelverspannungen am Fuß und der Wade
- Verkürzung der Achillessehnen (durch hohe Absätze)
- Verformungen des Fußskeletts (Veränderungen an den Zehen, Hallux Valgus, Ciderella-Schuh-Syndrom)
- Platt-, Spreiz- oder Senkfuß (durch die Lastenverschiebung auf die Mittelfußköpfchen sackt die natürliche Krümmung des Quergewölbes im Fuß ab)
- Schmerzen und Fehlbelastungen der Knie (die dadurch entstandene Instabilität kann zu Verletzungen wie etwa einem Kreuzbandriss führen)
- Schmerzen und Fehlbelastungen der Hüfte
- Schmerzen und Verspannungen am Rücken

Diese Symptome kennen sehr viele Menschen, vor allem Frauen. Eine Umfrage des Hamburger Gewis-Instituts zeigt, dass 85 Prozent aller Frauen über 40 Fußprobleme haben. Zum Vergleich: Bei den Männern sind es nur 15 Prozent. Wenn die Füße schmerzen oder wund werden, führt der Weg häufig in die Shop Apotheke. Das pharmazeutische Personal kann Hilfe leisten und ist gerne präventiv tätig. Denn die Erkenntnis der Pharmazeuten, Mediziner und Wissenschaftler ist eindeutig: Füßen kommt oft nicht genug Beachtung zu. Dabei lässt sich den meisten Fußproblemen vorbeugen.

So erkennt man das richtige Schuhwerk

Laut der Münchner Schuhfertigerin Claudia Kieserling sollten die Fußform und die Schuhform möglichst gut übereinstimmen. Die zentralen Maße dabei sind die Fußlänge, die Weite, die Ballenbreite und die Zehenhöhe. Nicht alle Schuhhersteller geben diese Werte an. Aber schon die Fußweite als zusätzliches Maß zur Schuhgröße (besser noch: zur Schuhinnenlänge, vorne Platz zum Abrollen nicht vergessen) ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum gesunden Schuh. Ein guter Schuhhersteller bietet mehrere Weiten an, dann sind gesunde und dazu noch schöne Schuhe kein Widerspruch. Denn wenn die individuellen Maße des Fußes beachtet werden, lässt sich zeitweise auch in spitzen oder hohen Schuhe durchs Leben spazieren. Allerdings kommt es dabei auf die Dosis an. Und als Ausgleich lohnt es sich, öfter mal auf Schuhe zu verzichten - Barfußlaufen fördert nämlich die Fußmotorik und hält die Füße gesund.

Gesundheitsschuhe: dafür sind sie gut

Ob Sandale, Sneaker oder Halbschuh, bei Gesundheitsschuhen spielt nicht nur das Aussehen, sondern auch die Funktion eine wichtige Rolle. Sie sind optisch attraktiv, stützen beziehungsweise entlasten den Fuß und bieten gleichzeitig hohen Tragekomfort. Vor allem wer viel geht und steht, öfter hohe oder spitze Schuhe trägt oder bereits Fußprobleme hat, profitiert von Gesundheitsschuhen. Besondere Features wie verschiedene Schuhweiten, sehr weiches Leder mit strategisch platziertem Stretchmaterial oder Klettverschlüsse machen Gesundheitsschuhe auch bei sehr empfindlichen Füßen, sehr hohem Spann oder vorhandenem Hallux Valgus zur perfekten und vor allem schmerzfreien Wahl. Zudem ist das Einlegen einer orthopädischen Schuheinlage bei Gesundheitsschuhen meist kein Problem. Selbst bei offenen Sommerschuhen sind solche Einlagen von außen nicht sichtbar. Insgesamt wirkt ein moderner Gesundheitsschuh nicht anders als jeder andere Schuh, nur dass er gesund und bequem ist.

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