Wiedereinstieg: wie finde ich einen familienfreundlichen Arbeitgeber?

Wo sind die familienfreundlichen Arbeitgeber?

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Tipps für deinen Wiedereinstieg bei einem neuen Arbeitgeber

„Mein Arbeitgeber ist nicht so flexibel.“ oder „Meine Kollegen machen das nicht mit, wenn ich regelmäßig Homeoffice mache.“ sind Aussagen, die ich immer wieder von Müttern höre. "New Work" oder "Arbeit der Zukunft" sind Begriffe, die immer wieder in den Medien sind. Aber wo sind diese familienfreundlichen Arbeitgeber? Wenn du Familie und Beruf lebst oder vereinbaren möchtest, hilft ein flexibler Arbeitgeber.

Wenn dir dein Arbeitgeber beim Wiedereinstieg diese Rahmenbedingungen nicht geben kann oder möchte, hast du fünf Möglichkeiten:

1.    Du passt dein Leben an das der Rahmenbedingungen deines Arbeitgebers an.
2.    Du veränderst deinen Arbeitsplatz bei deinem jetzigen Arbeitgeber.
3.    Du bleibst/gehst in Elternzeit und bist nicht erwerbstätig.
4.    Du machst dich selbstständig.
5.    Du suchst dir einen neuen Arbeitgeber.

Die meisten Mütter, die sich für Option eins entscheiden, sind unglücklich. Sie fühlen sich fremdbestimmt und funktionieren nur noch. Da kommt die zweite Möglichkeit in Frage. Überlege dir Lösungen, wie du effizient arbeiten kannst und Zeit für deine Familie hast. Bei dieser Option heißt es Eigeninitiative einbringen und verhandeln. Wenn das nicht zu deiner Zufriedenheit klappt, kannst du deine Elternzeit verlängern und zu einem anderen Zeitpunkt die Erwerbstätigkeit wieder aufnehmen. Je nach finanzieller Situation der Familie und je nachdem wie glücklich du als Mama zu Hause bist, kann dies eine Möglichkeit sein. Eine weitere Alternative ist die Selbstständigkeit. Hier schaffst du dir die Rahmenbedingungen, wie du sie haben möchtest. Nicht für jede ist eine Selbstständigkeit eine attraktive Lösung. Daher gehe ich heute näher auf die Option fünf ein: finde einen Arbeitsplatz, der zu dir und deiner Familie passt.

Wie finde ich einen familienfreundlichen Arbeitgeber?

Zuerst finde für dich heraus: was für Rahmenbedingungen musst du haben (Muss-Kriterien) und welche Bedingungen sind wünschenswert (Wunsch-Kriterien). Mache dir eine Liste und stelle dir deine für dich optimalen Bedingungen vor. Auf dieser Liste dürfen nicht nur Rahmenbedingungen wie Homeoffice, Gleitzeit, Betriebskita, Teilzeit, Entfernung zum Wohnort, Arbeitszeitkonten, Eltern-Kind-Büro, etc. stehen, sondern auch Kriterien in Hinblick auf deine Aufgaben und die Branche.

Je klarer du dir jetzt selbst bist, desto effizienter wird deine Suche. Selbstverständlich kannst du dir hier auch mehrere idealtypische Arbeitgeber ausmalen.

Welche Rahmenbedingungen soll dein neuer Job haben?

Welche Rahmenbedingungen soll dein neuer Job haben?

Frank Grtner/Fotolia

Überlege dir, welche Aufgaben du für deinen Arbeitgeber leisten kannst und willst

Bei der Jobsuche ist es wichtig, dass du dich und deine Fähigkeiten reflektierst. Was kannst du gut? Was macht dir Spaß? In welchem Bereich möchtest du (noch) mehr lernen? Jetzt wo du nicht nur Arbeitnehmerin, sondern auch Mutter bist, überlege dir auch, welche Tätigkeiten du mit deinen Rahmenbedingungen abdecken kannst. Je nachdem, in welcher Branche du arbeitest und auf welcher Position könnte diese Frage für dich mehr oder weniger Relevanz haben. Hast du viel Kundenkontakt? Wie werden die Termine mit dem Kunden vereinbart? Bzw. wie viel Einfluss kannst du hier nehmen? Erledigst du Aufgaben, die nach und nach abgearbeitet werden können? Oder musst du schnell und spontan auf Dinge von außen reagieren? Bist du Teil von vielen Meetings, die vor Ort statt finden müssen? Musst du reisebereit sein? Bist du Teil eines Teams? Oder bist du in mehreren Teams aktiv? Oder arbeitest du für dich alleine?

Prüfe, welche Tätigkeit gut in die von dir gewünschten Rahmenbedingungen passen. Und überlege dir, welche Aufgaben du bei deinem potenziellen neuen Arbeitgeber innerhalb dieser Rahmenbedingungen abarbeiten kannst.

Jetzt heißt es: Suchen und Finden!

Zuerst kannst du Stellenanzeigen durchsuchen. Achte hier auf Begriffe, die für dich Familienfreundlichkeit ausdrücken. Hier einige mögliche Beispiele:
⦁    Flexible Arbeitszeiten
⦁    Vertrauensarbeitzeit
⦁    Homeoffice
⦁    Auszeichnung als familienfreundlicher Arbeitgeber
⦁    Wiedereinstiegsprogramme
⦁    Betriebskita
⦁    Kooperationen mit Kindergärten oder Tagesmüttern
⦁    Eltern-Kind-Büro
⦁    Babysitterservice / Notfallkinderbetreuung / Betriebliche Ferienbetreuung

Übrigens: du kannst dich auch auf Vollzeitstellen bewerben, wenn du in Teilzeit suchst. Du kannst vor deiner schriftlichen Bewerbung anrufen und erfragen, um wie viele Stunden es sich genau handelt. Oder du schreibst in deinem Anschreiben, mit wie viel Stunden du einsteigen möchtest.

Auf deine Initiative kommt es an!

Oft finden wir Mamas keine oder nur wenige passenden Stellen, die ausgeschrieben sind. Daher such nach Firmen, mit einem passenden Image. Schaue in Zeitungen nach Berichten von familienfreundlichen Arbeitgeber. Schau auf Websiten und Social Media Kanälen von potenziellen Arbeitergebern deiner Branche vor Ort und recherchiere: Wird mit einer Betriebskita geworben? Wie ist das Image der Firma? Auch kannst du bei Xing oder LinkedIn „Teilzeit“ eingeben und schauen, in welchen Firmen ähnliche Stellen in Teilzeit besetzt sind. So findest du heraus, was in welcher Firma möglich ist. Wenn du etwas Passendes gefunden hast, kannst du dich initiativ bewerben.

Bewertungsportale geben dir weitere Hinweise

Durch Bewertungsportale im Internet, kannst du Rückmeldungen von Arbeitnehmerinnen der Firmen lesen. Hier kannst du Indizien finden, wie dort Familienfreundlichkeit wirklich gelebt wird. Zwischen dem Image einer Firma und das Ausleben dieser Werte, kann es einen Unterschied geben. Achtung mit Bewertungsportalen: meist schreiben mehr Menschen, die sich ärgern in Portale als Menschen, die zufrieden sind.

Sprich mit Menschen

„Echte“ Einblicke bekommst du am besten durch Menschen, die bei deinem potenziellen Arbeitgeber bereits arbeiten. Frage in deinen Muttigruppen nach deren Arbeitgebern. Was haben sie dort erlebt? Bzw. was konnten sie bei anderen Kolleginnen beobachten? Gerade Mehrfachmamas sind hier gute Ansprechpartner. Die haben ggf. schon einen Wiedereinstieg hinter sich und können aus persönlicher Erfahrung berichten. Wie hat der Arbeitgeber den Wiedereinstieg unterstützt? Kann sie empfehlen dort einzusteigen? Weiß sie vielleicht sogar, welche Stellen vakant sind? Oft gibt es vakante Stellen, die noch nicht ausgeschrieben sind. Wenn zu solch einem Zeitpunkt deine Initiativbewerbung eintrudelt, hast du gute Chancen.

Unter www.carolinhabekost.de/079 kannst du diesen Blogartikel als Audio hören. Carolin Habekost hat einen Podcast zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In dem Podcast existiert eine Serie „Als Mama erfolgreich bewerben und verhandeln“, diese kannst du dir in den Episoden #028 bis #034 anhören.

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